Geschichte der Johannes-Maaß-Schule, Teil 3

Die erste Frau an der Spitze der Johannes-Maaß-Schule

Als das Schuljahr 1982/1983 begann, war noch kein Schulleiter für die Johannes-Maaß-Schule gefunden. Die Schule selbst bestand noch aus drei ersten und zwei zweiten bis vierten Schuljahren. Daneben bestanden noch zwei Klassen mit italienischen Schülern und eine Vorklasse.

Erst am 18. Oktober 1982 wurde die neue Schulleiterin Gertrud Krugel mit einer sehr bescheidenen Feier in ihr neues Amt eingeführt.

Zum Ende dieses Schuljahres wird die Entwicklung zur reinen Grundschule ohne weitere Klassen dann nochmals offensichtlich: Am 23. Juni 1983 wurde die letzte Lehrerin verabschiedet, die in den Klassen mit italienischen Kindern unterrichtet hatte, und auch die italienischen Schüler verlassen zum Schuljahresende endgültig die Schule. Die Johannes-Maaß-Schule ist damit nur noch Grundschule.

Im gleichen Schuljahr zeigte sich wieder einmal das Engagement der Elternschaft: Zu Weihnachten 1982 erhielt die Schule ein erstes Kopiergerät, ein heute selbstverständlicher Ausrüstungsgegenstand, damals ein Ereignis, das in einem Zeitungsartikel in der lokalen Presse noch große Beachtung fand.

Das folgende Schuljahr brachte Neuerungen im positiven wie im negativen Sinne. Erstmals wurde im Schuljahr 1983/1984 ein großes Schulfest durchgeführt. Es fand am 23. Juni von 12 bis 16 Uhr auf dem Gelände der Schule statt und bot allen Beteiligten einen geselligen Samstagnachmittag, umrahmt von Sportvorführungen, künstlerischen Darbietungen und einer von den Eltern gespendeten Tombola.

Im gleichen Jahr wurde Günter Edel, der langjährige Konrektor der Schule, verabschiedet. Mit seinem Ausscheiden aus dem Lehrerkollegium endet leider auch für einige Jahre die Führung der Chronik der Johannes-Maaß-Schule. Mit viel Liebe zum Detail und ebenso viel Witz hat er das Schulleben in allen seinen Facetten über viele Jahre akribisch dokumentiert.

Das folgende Schuljahr stand ganz unter dem Eindruck des 25-jährigen Bestehens der Johannes-Maaß-Schule, so dass andere Aktivitäten etwas in den Hintergrund treten mussten. Bei den Feierlichkeiten am Ende des Schuljahres zeigte sich wieder einmal deutlich das Profil der Johannes-Maaß-Schule: Zahlreiche sportliche Aktivitäten und Geschicklichkeitsspiele wurden den Gästen vorgeführt, an einem Blumenstand konnten die Besucher Fleißige Lieschen und Geranien kaufen, die von den Schülern selbst gezüchtet wurden, und in der gesamten Schule waren die Ergebnisse des Unterrichts im Fach Textiles Gestalten und des Werkunterrichts zu bewundern. Daneben begeisterte ein Zauberer nicht nur die Kinder mit seinen Tricks. Sämtliche Erlöse aus den Aktivitäten kamen behinderten Kindern in Wiesbaden zugute.

Aber auch das ernste Gedenken kam nicht zu kurz, denn am Morgen des Jubiläums wurde am Grab von Johannes Maaß auf dem Nordfriedhof ein Kranz niedergelegt. Zu dieser Veranstaltung und der anschließenden Feierstunde konnten zahlreiche Gäste begrüßt werden, so alle ehemaligen Rektoren, zahlreiche Vertreter der Stadt und weitere Ehrengäste, wie z.B. der ehemalige Oberbürgermeister Georg Buch und der Bundestagsabgeordnete Rudi Schmitt. Daneben war anlässlich des 25-jährigen Jubiläums als Vertreterin der Familie Maaß auch Frau Felsche, eine Enkelin von Johannes Maaß, anwesend.

Im Anschluss folgte eine Feierstunde, bei der Rektor a.D. Arthur Merz für sein Engagement bezüglich des Aufbaus der Johannes-Maaß-Schule, der Lehrerfortbildung allgemein und passend zu seinem 80. Geburtstag einen Zinnteller als Ehrenbezeugung der Stadt Wiesbaden erhielt. Ein wesentliches Argument, warum Merz mit diesem Preis ausgezeichnet wurde, so alle Redner einhellig, war, dass er handlungsorientiertes Lernen bereits in den 1950er und 1960er Jahren angewandt hat. Diese Lerntechniken sind erst in den späten 1980er Jahren zu ihrem endgültigen Durchbruch gekommen. Das Denken von Johannes Maaß und das Handeln von Arthur Merz gingen in den Vorstellungen der Vertreter der Stadt Hand in Hand, denn „diese Schule war die erste, die nach den modernsten Reformplänen nach dem Krieg gebaut und 1960 eingeweiht wurde“.

Anlässlich dieser Feier wurde den Gästen – ganz im Zeitgeist der 1980er Jahre – ein DIN A1-Plakat mit den wesentlichen Daten der Johannes-Maaß-Schule und ein Button mit der Aufschrift „25 Johannes-Maaß-Schule“ überreicht.

Erstmals wurde auch ein Treffen ehemaliger Schüler organisiert: Zahlreiche Ehemalige fanden sich ein und konnten selbst in Namenslisten und alten Schulfotos suchen, wie die Presse berichtete.

Doch nicht nur freudige Ereignisse waren im Jubiläumsjahr zu vermelden. Aufgrund der geringen Schülerzahl, es waren damals nur 254 Schülerinnen und Schüler an der Johannes-Maaß-Schule, wurde die Schule endgültig zur Grundschule: Auf der Sitzung vom 5. Juli 1984 wurde in der Stadtverordnetenversammlung der Landeshauptstadt Wiesbaden beschlossen, die Johannes-Maaß-Schule von einer Grund- und Hauptschule zu einer Grundschule zu machen, da an ihr seit 1982 keine Hauptschüler mehr unterrichtet würden. Dies wurde der Leitung der Johannes-Maaß-Schule dann am 29. November 1984 mitgeteilt. Sowohl die Gesamtkonferenz der Johannes-Maaß-Schule als auch der Schulelternbeirat und der Personalrat stimmten dieser Entscheidung zu – es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig.

Auch das folgende Schuljahr brachte wieder Neuerung an der Johannes-Maaß-Schule: Im Winter 1985 führte eine Klasse erstmals selbst eine Spendenaktion für Kinder in der Dritten Welt durch: „Die 27 Buben und Mädchen begannen zu handeln: Sie erleichterten Sparbüchsen, knapsten was vom kleinen Taschengeld ab, baten auch die Eltern“, wie die Presse damals berichtete. Diese Tradition lebt bis heute jedes Jahr um St. Martin wieder auf.

Im Frühjahr 1986 versuchte die Leitung der Johannes-Maaß-Schule die Einrichtung einer so genannten Eingangsstufe durchzusetzen. Ziel war es, in der Eingangsstufe zwei unterschiedliche Klassen, in denen Schüler mit unterschiedlichen Grundvoraussetzungen zusammengefasst werden sollten, zu haben, die dann in der zweiten Klasse wieder zusammengeführt werden sollten. Dies wurde jedoch von der Schulverwaltung nicht befürwortet, stattdessen richtete man mit Wirkung zum 1. August 1986 an der Johannes-Maaß-Schule, wie an einigen anderen Schulen in Wiesbaden auch, Förderstufen ein.

Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet durch eine Kontinuität in den bewährten Aktivitäten an der Johannes-Maaß-Schule. So wurde auch in den Folgejahren ein Schulfest durchgeführt, das jedoch stärker in den schulischen Alltag eingebunden wurde, da die Ergebnisse der neu eingeführten Projektwoche seit damals von den Schülern präsentiert werden.

Auch die Spendenaktionen wurde immer wieder durchgeführt, anfangs für unterschiedliche soziale Zwecke, später zu Gunsten von Kindern in den Armenvierteln von Brasilien.

Was der Schule Ende der 1980er Jahre besonders am Herzen lag, war die Sicherheit auf dem Schulweg. Im Blickfeld standen damals, aufgrund des stetig steigenden Verkehrsaufkommens, die Wilhelminenstraße, der Genzmer Weg und die Galilei-Straße. Dort sollten Fußgängerampeln aufgestellt werden, bzw. Maßnahmen ergriffen werden, die dafür sorgen sollten, dass die Autofahrer die Fußgängerampeln nicht mehr missachten. Hierzu fand am 23. November 1988 sogar eine Diskussionsrunde statt, bei der die Verkehrsexperten aller Stadtratsfraktionen zugegen waren. Im Dezember führten die Vertreter des Schulelternbeirats dann eine auch in der Presse beachtete Aktion durch, bei der sie in Nikolauskostümen die Autofahrer im betreffenden Bereich anhielten und über die Situation informierten.

Das Schuljahr 1989/1990 sah zum ersten Mal die Darbietung eines von den Schülern der ersten Klasse einstudierten Theaterstücks. Unter der Leitung von Evelyn Böhme, die bis 2009 an der Schule und für derartige Aufführungen zuständig war, wurde das Märchen „Peter und der Wolf“ mit großem Erfolg dargeboten. Eine weitere Aufführung fand beim Altenkreis der evangelischen Gemeinde in Bierstadt statt.

Das zweite Halbjahr stand im Zeichen der Feierlichkeiten zum 30. Jubiläum der Johannes-Maaß-Schule. Traditionell wurde wieder ein Schulfest durchgeführt, das auch die Ergebnisse der vorangegangenen Projekttage mit Projekten zu den Themen Tänze, Lieder, Theater, Fahrrad und Hockey vorstellen sollte. Ein besonderer Schwerpunkt waren – und das war neu – ökologische Projekte und solche, die sich mit den Naturwissenschaften beschäftigten.

Was seit dieser Zeit immer wieder ein Thema war, ist der Zustand der Schule selbst. Seit 1990 wurde regelmäßig über die Notwendigkeit der Renovierung der Schulräume und der Fassade diskutiert. So wurde bereits damals in einem Antrag der Schule an das städtische Hochbauamt festgestellt, dass dringender Renovierungsbedarf vorhanden sei, denn „die Mehrzahl dieser Räume verfügt noch über den Anstrich aus dem Jahr 1959!“

In den Folgejahren waren es immer wieder die typischen Aktivitäten der Johannes-Maaß-Schule, die in Erinnerung bleiben. So wurde im Winter 1992 das Märchen „Frau Holle“ aufgeführt. Verantwortlich für die Inszenierung dieses Märchens, garniert mit Musik, Gesang und Tanz, war wieder einmal Eveline Böhme. Besonders hervorzuheben ist dabei die Zusammenarbeit mit den Schülereltern, die z.B. die Bühnenbilder malten und für die Kostüme sorgten. Ein Jahr später beispielsweise stellte man die Projektwochen unter den Themenschwerpunkt Kunst. Schüler konnten Plastiken aus Ytong-Steinen herstellen, im Gutenberg-Museum in Mainz Plakate drucken und Zaubertricks und Zirkuskunststücke erlernen.

Den Höhepunkt des Schuljahres 1993/1994 bildete die Premiere eines Musicals. Zum ersten Mal sang der neu gegründete Schulchor der Johannes-Maaß-Schule gemeinsam mit dem Kinderchor der Bergkirche. Zusammen führten sie das Kindermusical „Josef und seine Brüder“ auf. Alle Kostüme wurden selbst genäht, alle Kulissen selbst gebastelt und alle nötigen Requisiten selbst hergestellt. Insgesamt spielten 50 Jungen und Mädchen mit. Auf diese Weise kam man dem Ziel, die Kinder frühzeitig und spielerisch an die Musik heranzuführen, wieder ein Stück näher.

Die kleine Tradition der Theater- oder Musicalaufführungen setzte sich auch im Folgejahr fort: Diesmal wurde das Musical „Noah unterm Regenbogen“ aufgeführt. Tatkräftig unterstützt wurden die Schüler und Schülerinnen dabei von Lehrern und Eltern, die sich um Kostüme und Bühnenbild kümmerten.

Was auch schon Tradition hatte, waren die kleinen Spendenaktionen der Schüler und Schülerinnen. Nachdem Anfang der 1990er Jahre noch für diverse Zwecke, z.B. für ein Kinderheim in Rumänien, gespendet wurde, wurde ab 1993 für einige Jahre eine Stiftung unterstützt, die sich um Kinder in den ärmsten Regionen Brasiliens kümmert. Dabei wurde das schauspielerische Engagement der Schule, wie z.B. im Rahmen eines Spiels zum St. Martinstag, das seit 1991 aufgeführt wird, dazu genutzt, Spenden zu sammeln. In anderen Jahren nutzen die Schüler die Gelegenheit, sich während des Religionsunterrichts darüber zu informieren, wofür ihre Spenden verwendet wurden.

Was jedoch in den 1990er Jahren immer drängender wurde, war eine Renovierung der Johannes-Maaß-Schule, da viele Räume seit der Eröffnung nicht verändert oder modernisiert worden sind. So regnete es beispielsweise durch die Deckenfenster in den Umkleideräumen der Turnhalle, was einen regelmäßigen Sportunterricht nicht mehr möglich machte.

Seit 1995 besteht an der Johannes-Maaß-Schule ein Förderverein. Sein Ziel ist es, Arbeitsgemeinschaften unter den Schülern zu schaffen, Hausaufgabenhilfen zu bieten, Lehrmittel zu beschaffen und Schüler in den Ferien zu betreuen. Insgesamt wurden 50 Kurzzeitbetreuungsplätze in zwei Gruppen und 50 Plätze für Hortkinder, ebenfalls in zwei Gruppen, eingerichtet.

Im August 1997 fand erstmals auf dem Gelände der Johannes-Maaß-Schule ein Sommercamp des CISV statt. Die Schule stellte hierzu die Räume und die Infrastruktur zur Verfügung, um Jungen und Mädchen aus 14 Ländern für einige Wochen zu beherbergen. Den Jugendlichen wurde im Rahmen eines vierwöchigen Ferienlagers allerlei geboten: ein Grillfest in der Fasanerie, eine Schiffstour auf dem Rhein, eine Stadtbesichtigung in Wiesbaden, ein Besuch im Rathaus und einer bei der Feuerwehr sowie eine Stadt-Rallye. Seitdem werden derartige Feriencamps regelmäßig durchgeführt und bilden einen festen Bestandteil des Lebens an der Johannes-Maaß-Schule außerhalb der eigentlichen Schulzeit. Ziel der Camps, die ganz bewusst frei von politischen, rassischen und religiösen Festlegungen sind, ist es, Jugendliche aus der ganzen Welt zum Gedankenaustausch und zum Kennenlernen zusammen zu führen.

Seit Ende der 1990er Jahre werden durch die Schülerzeitung an der Johannes-Maaß-Schule mehr und mehr Aktivitäten durchgeführt. So unternahm die Redaktion des KIKU beispielsweise im September 1999 einen Ausflug in die Redaktion des Wiesbadener Kurier. Dort wurde beobachtet, wie eine Zeitung entsteht und im Dialog mit den Redakteuren berichteten die Schüler auch, wie ihre Schülerzeitung entsteht und welche Probleme damit verbunden sind. Weiterhin wurde vereinbart, dass man an der Kinderseite des Wiesbadener Kurier mitarbeiten wollte.

Das neue Jahrtausend begann für die Johannes-Maaß-Schule gleich mit der Feier ihres 40-jährigen Bestehens, bei der Ausschnitte aus aufgeführten Theaterstücken und Musicals der letzten Jahre gezeigt wurden.

Was jedoch wichtiger war als alle Feierlichkeiten war eine grundlegende Renovierung der Johannes-Maaß-Schule, denn nach 40 Jahren wurden die zahlreichen Gebrauchsspuren immer offensichtlicher und was einst als moderner Schulbau gelobt wurde, hatte jetzt den „Charme des sozialen Wohnungsbaus der frühen 50er Jahre“. Besonders auffällig waren unangenehme Gerüche, der bröckelnde Putz innen und außen, die schlechte technische Ausstattung, die aufgrund schwacher Elektroleitungen nicht zu verbessern war, die geringe Zahl an Steckdosen, und eine Vielzahl anderer kleiner Mängel. Doch da die Johannes-Maaß-Schule weder Asbest- noch PCB-verseucht war, hatten andere Schulrenovierungsprojekte in Wiesbaden Vorrang. Da die Schule zudem wieder knapp 350 Schüler aus 13 Nationen hatte und das Unterrichtsangebot an der Johannes-Maaß-Schule ständig erweitert wurde, war zudem der Wunsch nach weiteren Mehrzweckräumen aufgekommen, was auch die lokale Politik so sah, aber keine sofortigen Maßnahmen ergriff.

Wenigstens einige feuchte Räume, in denen die Betreuungsgruppen des Fördervereins untergebracht und die von Schimmel befallen waren, wurden zum 40. Jubiläum saniert.

Seit 2003 gibt es, angeregt und betreut durch den Förderverein der Schule, einen Leseraum, der schnell zu einer richtigen Schulbibliothek mit Ausleihmöglichkeit wurde. Schon Ende des Jahres konnten über 1.000 Alterstufen- und Kindgerechte Bücher an zwei Tagen in der Woche ausgeliehen werden. Finanziell unterstützt wurde dieses Vorhaben von städtischen und privaten Einrichtungen sowie vom Förderverein der Johannes-Maaß-Schule.

Was im Laufe der Jahre nach 2000 immer mehr an Bedeutung gewann, war die Hinwendung zu naturwissenschaftlichen Themen. Im Januar 2003 besuchten über 50 Schüler der Johannes-Maaß-Schule im Rahmen einer Exkursion z.B. den Schiersteiner Hafen. Dort konnten sie auf einem Schiff, das zahlreiche Experimente zum Thema Wasser, Fauna und Flora bot, eigene Erfahrung sammeln, von denen sofort dem anwesenden Ministerpräsidenten Roland Koch berichtet werden konnte. Als kleines Geschenk erhielten alle Schüler vom Ministerpräsidenten einen kleinen hessischen Stofflöwen.

Neben allen Neuerungen an der Johannes-Maaß-Schule bleiben aber auch die bewährten und beliebten traditionellen Veranstaltungen an der Schule, wie die Spendenaktion zu St. Martin, die Theater- und Musikaufführungen sowie das Sommer-Camp CISV erhalten.

Im Schuljahr 2003/2004 stand dann wieder einmal eine einschneidende Veränderung für die Johannes-Maaß-Schule an. Nach 38 Jahren im Schuldienst, davon 22 als Rektorin der Johannes-Maaß-Schule, wurde Gertrud Krugel Ende Januar 2004 in den Ruhestand versetzt. Schwerpunkte ihrer Arbeit, so Gertrud Krugel selbst in einem letzten Pressebericht über die scheidende Rektorin der Johannes-Maaß-Schule, waren die Schaffung eines produktiven Schulklimas, die Einarbeitung des Themas Umwelt in die Lehrpläne der einzelnen Klassen, eine harmonische Zusammenarbeit mit der Elternschaft und die Sicherstellung einer möglichst großen Freiheit für das Lehrerkollegium. Ohne Zweifel war die Johannes-Maaß-Schule am Ende ihrer Tätigkeit auf dem Weg zur Erreichung der gesteckten Ziele weit voran geschritten. Aber auch über die Johannes-Maaß-Schule hinaus engagierte sich Gertrud Krugel. So war die Kunstliebhaberin z.B. viele Jahre auch in der Schulbuch-Kommission des Wiesbadener Schulamtes tätig.

Die Johannes-Maaß-Schule im neuen Jahrtausend unter neuer Führung

Nach einigen Monaten mit kommissarischer Schulleitung durch Frau Heider und Frau Volz kam zum Beginn des Schuljahres 2004/2005 Charlotte Schneider-Vetter als Rektorin an die Johannes-Maaß-Schule. Trotz der geringen Zahl an Schulleitern in den Jahren ihres Bestehens hat sich an der Johannes-Maaß-Schule personell bis zum Beginn ihrer Tätigkeit viel verändert: Im Gegensatz zu den Jahren nach der Gründung der Johannes-Maaß-Schule bestand das Kollegium um die Jahrtausendwende ausschließlich aus Frauen. Zum Beginn des Schuljahres 2005/2006 kam dann endlich wieder einmal ein Mann ins Lehrerkollegium.

Nach außen hin präsentiert sich die Johannes-Maaß-Schule seit dem Schuljahr Schuljahr 1999/2000 mit einem eigenen Logo, das auch in den eigenen Reihen entstanden ist. Es wurde von einer Schülerin der vierten Klasse entworfen.

Obwohl so manche Veränderung von außen an die Johannes-Maaß-Schule herangestragen wurde, blieben die typischen Aktivitäten und der traditionelle Ablauf des Jahres erhalten und auch darüber hinaus wurde wieder viel unternommen: Im Frühjahr 2005 fand in enger Zusammenarbeit der Lehrer mit den Eltern wieder einmal eine Bemalung des Schulhofes statt. Es wurden Spielfelder aufgemalt, die die Kinder zu Spielen in den Pausen anregen sollen.

Das im Juni geplante Schulpicknick auf der Platte musste leider zwei Tage vorher abgesagt werden, da starke Gewitter angesagt waren und der Ausflug ins Wasser zu fallen drohte. Stattdessen fand ein Schulfest auf dem Schulgelände statt.

Zum Ende des Schuljahres wurden die Schulabgänger der Johannes-Maaß-Schule in der Kreuzkirche in die Sommerferien entlassen. Bereits zum fünften Mal verabschiedete die Johannes-Maaß-Schule ihre Viertklässler im Rahmen eines selbst gestalteten Gottesdienstes, bei dem die Kinder der vierten Klassen im Mittelpunkt standen.

Auch in den Sommerferien war reges Treiben an der Johannes-Maaß-Schule, da wieder ein Sommer-Camp mit rund 40 Kindern aus aller Welt auf dem Schulgelände durchgeführt wurde.

Die Schuljahre seit 2005 sind von einer Vielzahl von Neuerungen gekennzeichnet. Erstmals finden im November 2005 an der Johannes-Maaß-Schule umfangreiche Projekttage statt, deren Ergebnisse am 25. November der Schulfamilie präsentiert wurden.

Auch das Schuljahr 2006/2007 beginnt direkt wieder mit einer einschneidenden Neuerung: Unter dem Namen Unterrichtsgarantie plus können die Schulen jetzt aus Mitteln des Kultusministeriums einen schuleigenen Vertretungspool aufbauen.

Von besonderer Bedeutung ist die in den letzten Jahren stärker vorangetriebene Profilierung und Positionierung der Johannes-Maaß-Schule, wobei man die traditionellen Kernkompetenzen in den Mittelpunkt stellte und um neue, zukunftsträchtige Aspekte ergänzte. So erhielt die Johannes-Maaß-Schule im Schuljahr 2005/2006 die Zertifizierung für ihre erfolgreichen Bemühungen um Bewegung, Sucht- und Gewaltprävention und ein Jahr später wurde der Antrag, musikalische Grundschule zu werden, positiv beschieden. Frau Funk übernahm die Aufgabe der Umsetzung des musikalischen Konzepts.

Welche Bedeutung diese Aktivitäten haben, zeigt der Besuch des Weltpräsidenten der Lions-Clubs an der Johannes-Maaß-Schule. Da die Johannes-Maaß-Schule am Programm Klasse 2000 teilnimmt, das von den Lions-Clubs Deutschland unterstützt wird, kam es im Februar 2007 dazu. Klasse 2000 steht für das bundesweit größte Programm zur Gewalt- und Suchtprävention sowie zur Gesundheitsförderung an Grundschulen und läuft an der Johannes-Maaß-Schule seit 2001. Ziel des Weltpräsidenten der Lions-Clubs war es, sich in diesem Zusammenhang über den Fortschritt der laufenden Projekte zu informieren.

Ein weiterer Teilbereich der neuen Positionierung ist die stärkere Förderung der Naturwissenschaften. Im März 2007 fand deshalb der erste Tag der Wissenschaften an der Johannes-Maaß-Schule statt. In 25 Workshops konnten sich die Kinder mit naturwissenschaftlichen Themen beschäftigen und auch selbst unter Anleitung von Experten experimentieren. Um diese Workshops zu gestalten, waren Professoren und Lehrende von fast allen hessischen Hochschulen gekommen. Jeder Schüler durfte an zwei der angebotenen Workshops teilnehmen. Mit diesem Schritt findet eine Erweiterung des Spektrums der Johannes-Maaß-Schule statt, da sie eigentlich eine musikalisch orientierte Grundschule ist. Der neue naturwissenschaftliche Schwerpunkt soll aber in Zukunft weiter gefestigt und etabliert werden, so Charlotte Schneider-Vetter damals gegenüber der Presse. Bei einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung des Projekttages erhielten alle Schüler kleine Urkunden zur Erinnerung und für die Schule wurde eine DVD, die wesentliche Ergebnisse des Tages dokumentierte, erstellt.

Im Rahmen des bundesweiten Tages der Technik im gleichen Jahr durften sich dann die Kinder der ersten und zweiten Klassen der Johannes-Maaß-Schule mit dem Thema intensiver beschäftigen. Vorbereitet durch die Wiesbadener Experimentierwerkstatt, konnten sie an einem interaktiven Theaterstück teilnehmen. Hierbei ging es um die Frage, wie elektrischer Strom eine Glühbirne zum Leuchten bringt. Ziel dieses Tages war es, die Kinder schon frühzeitig zum Experimentieren anzuregen und für die Technik zu begeistern. Begründet wurde das Engagement in Sachen Technik damit, dass Musik und Naturwissenschaften durchaus eng zusammen gehören und sich gegenseitig ergänzen.

Seit dem Schuljahr 2006/2007 darf sich die Johannes-Maaß-Schule auch musikalische Grundschule nennen. Bei dem 2005 ins Leben gerufenen Projekt, das in Zusammenarbeit zwischen hessischem Kultusministerium und Bertelsmann-Stiftung stattfindet, ist es Ziel, die Musik in alle Unterrichtsfächer und Bereiche des schulischen Alltags einzubeziehen.

Im Mai 2007 fand in diesem Zusammenhang erstmals eine Musikaufführung von Schülern der Johannes-Maaß-Schule statt. Im Gemeindesaal der Kreuzkirche konnten Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde Darbietungen von etwa 30 Schülern bestaunen. Dabei ging es nicht darum, perfekte Leistungen zu zeigen, sondern die Freude am Musizieren zu dokumentieren. Außerdem sollte den Schülern erstmals die Möglichkeit gegeben werden, öffentlich aufzutreten und dadurch Anerkennung für ihre Leistung zu erhalten. So sind für die Johannes-Maaß-Schule nicht nur Schulchor und Musikunterricht normal, es wird sogar schon im ersten Schuljahr Geigenunterricht angeboten.

Gemeinsam mit der Comenius-Schule wurde kaum ein halbes Jahr später ein musikalischer Nachmittag durchgeführt. Beide Schulen waren damals Wiesbadens einzige musikalische Grundschulen. Am 28. November 2007 erhielten beide Schulen nach zweijähriger Laufzeit des Projekts endgültig das Zertifikat musikalische Grundschule, womit die Johannes-Maaß-Schule für etwas geehrt wurde, das an der Schule schon lange Tradition hat. Besonders verbunden sind die musikalischen Aktivitäten mit dem Namen Evelyn Böhme, die bis 2009 über viele Jahre z.B. regelmäßig Vorspielnachmittage organisierte, zwei Geigengruppen initiierte, für die das Wiesbadener Johann-Strauß-Orchester die Patenschaft übernahm und die Theateraufführungen der Schule gestaltete.

Ende 2005 fand wieder einmal ein Besuch der Schülerzeitungs-Redaktion beim Wiesbadener Kurier statt. Intensiv diskutiert wurde u.a. mit dem Sportredakteur, der speziell rund um das Thema Fußball Auskunft geben konnte. Aber auch in der Lokalredaktion stieß die Arbeit der Profis auf das Interesse der Schüler. Beispielsweise konnten die Schüler dem Lokalredakteur beim Bauen einer echten Zeitungsseite zuschauen und im anschließenden gemeinsamen Gespräch erzählten die kleinen Redakteure, wie sie ihre Zeitung herstellen und erhofften sich von den Profis den einen oder anderen Ratschlag, der dann selbstverständlich auch gegeben wurde.

Einen besonderen Anlass zum Feiern gab es dann im Juni 2006, als der KIKU als zweitbeste Schülerzeitung Hessens für Grundschulen im Jahr 2005 auf der Frankfurter Buchmesse ausgezeichnet wurde. Gemacht wird die Schülerzeitung, die in einer Auflage von 300 Stück erscheint und 50 Cent kostet, von Schülern der dritten und vierten Klassen unter der Leitung von Jörg Hlawatschek. Innerhalb von nur wenigen Jahren wurde das seit 1999 bestehende Projekt Schülerzeitung zu einem Aushängeschild der Johannes-Maaß-Schule, erklärte Charlotte Schneider-Vetter damals stolz der Presse. Seit ihrem Amtsantritt 2004 wurde die Schülerzeitung als wichtiges Organ zwischen Schülerschaft und Lehrerschaft konsequent immer weiter ausgebaut.

Auch im Jahr 2006 gewann die Schule wieder einen Preis mit ihrer Schülerzeitung. Platz 3 der Grundschulen in Hessen ging an die Johannes-Maaß-Schule. Damit hat sich die Schülerzeitung für den Schülerzeitungs-Wettbewerb der Länder qualifiziert und gehört zu den 28 besten Schülerzeitungen Deutschlands. Bei der Endausscheidung in Berlin hat der KIKU in seiner Kategorie den dritten Platz erreicht. Die Ehrung der besten Redaktionen fand am 10. und 11. Juni 2008 im Bundesrat in Berlin statt. Hierzu reisten vier Schüler mit ihrem Lehrer Jörg Hlawatschek nach Berlin. Dort erwartete die Kinder ein voll gepacktes Zweitagesprogramm mit Stadtführung, Grillfest, Workshops und Preisverleihung im Plenarsaal des Bundesrates durch Ole van Beust. Bei der Rückkehr der erfolgreichen Schüler aus Berlin war auf dem Gelände der Johannes-Maaß-Schule großer Andrang: Sowohl Fernsehkameras als auch Pressefotografen waren anwesend, als alle Schüler die rückkehrenden Redakteure feierten. Zu der Feier auf dem Schulhof waren u.a. Vertreter der Stadt, des SV Wiesbaden Wehen, des Buchhandels und anderer Schulen erschienen.

Neben allen neuen Aktivitäten blieben aber auch die traditionell durchgeführten Veranstaltungen nicht auf der Strecke: Immer zu Sankt Martin fand eine Spendenaktion, traditionell unter dem Motto „Beim Teilen ist das so, wer gibt und nimmt wird froh“, statt, wobei der Rahmen der Spendenaktion variierte. Einmal wurde im Rahmen eines Adventsgottesdienstes gespendet, ein anderes Mal wurde ein Verein unterstützt, der Hunde ausbildet, um behinderten Menschen, meist Kindern, eine Hilfe im Alltag zu sein. Besonders interessant ist dabei, dass zur Spendenaktion passend, den Schülern auch praktisch gezeigt wurde, was die Hunde leisten können.

Im November 2007 besuchte im Rahmen der alljährlichen Spendenaktion erstmals ein therapeutischer Schulbegleithund die Johannes-Maaß-Schule. Der Hund ist so ausgebildet, dass er gewohnt ist, mit Kindern zu arbeiten. Auf diese Weise sollte den Schülern und Schülerinnen gezeigt werden, welches Verhalten richtig ist im Umgang mit einem Hund. Ziel war es, die Ängste der Kinder abzubauen und evtl. Fehlverhalten im Umgang mit Hunden oder Tieren allgemein zu korrigieren.

Auch zum Abschluss des Schuljahres ergriff man immer wieder auf die altbewährten Veranstaltungen an der Johannes-Maaß-Schule zurück. So endet auch weiterhin das Schuljahr mit einem Abschlussgottesdienst für die Viertklässler. Dabei gingen die Schüler beispielsweise 2007 zur Kreuzkirche, um ihre Mitschüler der vierten Klasse zu verabschieden. Der Gottesdienst wurde unter das Motto „Wachsen wie ein Baum“ gestellt. Hierzu hatte die Theater-AG ein kleines Theaterstück vorbereitet, das die Viertklässler auf den Schulwechsel vorbereiten sollte. Mit seinen jährlich wechselnden Themen hat der Abschiedsgottesdienst bereits Tradition. Kein Pfarrer, sondern Lehrerinnen, Lehrer und Schüler gestalten den inzwischen allseits beliebten Abschiedsgottesdienst. Ziel ist es, den Kindern den Schulwechsel zu erleichtern.

Auch das alljährliche Sommercamp an der Johannes-Maaß-Schule konnte weiterhin durchgeführt werden. Im Sommer 2008 waren wieder knapp 40 Kinder aus aller Welt zu einem Camp unter dem Motto „we are family“ zusammengekommen. Ziel dieser Aktivitäten ist es, dass die Teilnehmer soziokulturelle Kompetenz gewinnen, also die Lebensweise und die Lebensumstände der anderen Teilnehmer verstehen lernen. Nicht umsonst ist die Sprache des Sommercamps Englisch.

Ein weiterer Dauerbrenner ist die Sicherheit auf den Schulwegen von und zur Schule. So wurde zu Schuljahresbeginn 2006/2007 eine besondere Aktion durchgeführt. Im Umfeld der Schule wies die Polizei in Zusammenarbeit mit den Schülern der vierten Klasse die Eltern darauf hin, sich besonders vorsichtig im Umfeld der Schule im Straßenverkehr zu bewegen. Ein besonderes Sicherheitsproblem seien mittlerweile die so genannten „Elterntaxis“. Dabei handelt es sich um Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen oder von dort abholen. Rund ein Drittel der Schüler wird regelmäßig von den Eltern zur Schule gebracht. Hierbei nutzen die meisten Eltern das Auto.

Dauerthema schlechthin blieb der schlechte bauliche Zustand der Johannes-Maaß-Schule. Im März 2007 wurde deshalb wieder einmal über die bauliche Entwicklung der Schule diskutiert. Mittlerweile stellt sich die Frage, ob es sinnvoll wäre die Schule abzureißen oder zu renovieren. Dabei soll auch auf zukünftige Entwicklungen des Schulsystems geachtet werden. Der Schulausbau sollte in Richtung Ganztagsschule gehen, die auch eine Kantine und Allzweckräume beinhaltet. Welche Lösung hierbei bevorzugt wird, blieb damals noch offen.

Wie es mit der Johannes-Maaß-Schule weitergeht, ist auch ein Jahr später, im April 2008 und bis heute, noch weitestgehend unklar. Aus der Politik wird mitgeteilt, dass eine zweite Wirtschaftlichkeitsprüfung ansteht, die im Sommer abgeschlossen werden soll, doch noch immer wird darüber diskutiert, ob eine Renovierung oder ein Neubau sinnvoll ist.

Zurück zu Teil 2

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.